Praxisratgeber

Wie setze ich eine Falzdichtung sinnvoll nach?

Bevor ein neues Dichtprofil in den Falz kommt, werden Nut, Ecken und Schließdruck geprüft. Der Beitrag beschreibt Reinigung, Zuschnitt und das probeweise Schließen, damit der Flügel nicht klemmt und die Dichtung nicht gequetscht wird.

Nut, Ecken und Schließdruck vorab prüfen

Bevor ein neues Dichtprofil in den Falz eines älteren Holzfensters gelegt wird, sollte die vorhandene Nut vollständig beurteilt werden. Sie muss über die ganze Länge frei, gleichmäßig tief und an den vier Ecken durchgängig sein. Farbnasen, Reste einer früheren Dichtung und aufstehende Holzfasern verengen den Sitz und lassen das neue Profil später wellig oder nur punktuell anliegen.

Der Schließdruck zeigt, ob die Dichtung später abdichtet oder nur zerdrückt wird. Schließen Sie den Flügel langsam und beobachten Sie, wo er zuerst an der Zarge anliegt. Ein harter Punkt an Schere, Ecklager oder Schließblech spricht dafür, den Beschlag zu justieren, bevor das Profil Volumen in den Falz bringt. Andernfalls klemmt der Flügel, sobald die Dichtung ihren Platz einnimmt.

Auch die Ecken verdienen eine eigene Kontrolle. Treffen zwei Nutabschnitte nicht sauber aufeinander, bleibt eine Fuge, durch die Zugluft trotz neuer Dichtung ziehen kann. Markieren Sie solche Stellen mit einem weichen Bleistift, ohne das Holz einzuritzen, und entscheiden Sie erst danach, ob die Nut nachgearbeitet oder ein flexibleres Profil gewählt werden muss.

Die Nut reinigen, ohne das Holz zu beschädigen

Die Reinigung bleibt mechanisch und zurückhaltend. Ein schmaler Holzspatel oder eine stumpfe Kunststoffkarte hebt lose Reste an, ohne die Nutflanken auszubrechen. Scharfe Klingen und grobes Schleifpapier gehören nicht in diese enge Fuge, weil eine ausgerissene Kante das Profil nicht mehr gleichmäßig führt.

Lösungsmittel sind nur sinnvoll, wenn der Profilhersteller sie für den Werkstoff freigibt und das Holz danach vollständig ablüften kann. Feuchtigkeit im Falz ist hinderlich, denn nasses Holz quillt, und eine Dichtung, die in diesem Zustand eingelegt wird, verliert später den Halt oder wird beim Quellen des Rahmens gequetscht. Wischen Sie Staub und feine Späne besonders aus den Ecken und lassen Sie die Nut trocken werden, bevor Sie messen.

Profil in der Nut zuschneiden

Gemessen wird in der Nut selbst, nicht an einem alten Reststück und nicht an der Außenkante des Flügels. Legen Sie das Profil lose ein und führen Sie es bis in die Ecke, ohne es zu dehnen. Viele Schaumstoffe und weiche Kunststoffe ziehen sich nach dem Schnitt wieder zusammen, wenn sie zuvor in die Länge gezogen wurden.

Die Enden sollen in der Ecke stumpf aufeinandertreffen oder sich so überlappen, wie es der Profilquerschnitt erlaubt. Zu viel Länge wirft Wellen, zu wenig Länge öffnet eine Fuge genau dort, wo die Zugluft oft zuerst spürbar ist. Schneiden Sie mit einer scharfen Schere oder einem Cuttermesser auf fester Unterlage, arbeiten Sie Seite für Seite und prüfen Sie jede Ecke, bevor die nächste Länge abgetrennt wird.

Probeweise schließen und den Anpressweg beurteilen

Setzen Sie das Profil vollständig ein und schließen Sie den Flügel zunächst nur bis zum ersten spürbaren Widerstand. Lässt er sich ohne Kraft weiter in die Zarge führen, ist der Anpressweg für dieses Profil plausibel. Klemmt er, öffnen Sie sofort wieder und sehen Sie nach, ob das Material aus der Nut springt, an einer Ecke dicker liegt oder über einen Beschlagteil läuft.

Ein gequetschtes Profil dichtet nicht zuverlässiger. Die Oberfläche kann verhärten, einreißen und den Flügel auf Dauer aus der Lage drücken. Nehmen Sie in diesem Fall etwas Schließdruck über die Einstellschrauben zurück oder wählen Sie ein schlankeres Profil, das zur vorhandenen Falztiefe passt. Erst wenn der Flügel mehrmals ruhig schließt und die Dichtung rundum gleichmäßig anliegt, ist das Nachsetzen nachvollziehbar abgeschlossen.